„Mit Haltung, Einsatz und Präsenz“
Weinheim verabschiedete Oberbürgermeister Manuel Just, den künftigen Landrat des Rhein-Neckar-Kreises
„Dieses Amt war für mich mehr als eine Aufgabe, es war eine Herzensangelegenheit“. Mit emotionalen Sätzen wie diesen hat sich Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just im Rahmen einer kleinen Feierstunde in Weinheim verabschiedet, wo er sieben Jahre lang das Rathaus geführt hat. Just tritt am 1. Mai sein neues Amt als Landrat des Rhein-Neckar-Kreises an.„Ich durfte gestalten, Verantwortung übernehmen und Teil einer Gemeinschaft sein, die mir sehr ans Herz gewachsen ist“, so der 47-jährige Diplom-Verwaltungswirt. Zum Abschied war ihm ein dickes Dankeschön an die Weinheimer Bürgerschaft besonders wichtig: „Danke. Danke für Ihr Vertrauen, Ihre Unterstützung, Ihre Geduld und die vielen gemeinsamen Jahre.“Die Stadt hatte für den scheidenden OB ein Abschiedsfest organisiert, das musikalisch vom Odenwälder Shantychor begleitet wurde. Frontmann und Texter Manfred Maser hatte eigens für den Anlass neue Textpassagen verfasst. Christina Eitenmüller als ehrenamtliche Stellvertreterin sowie Erster Bürgermeister Andreas Buske würdigten das Wirken Manuel Justs in der Großen Kreisstadt seit 2019. Außerdem schilderten Wegbegleiter aus Wirtschaft und Gesellschaft im Rahmen einer Interviewrunde mit den beiden Moderatoren Carina Junginger und Roland Kern ihre Begegnungen mit ihm. „Sie brachten Struktur in die Debatten, moderierten zwischen unterschiedlichen Positionen und setzten früh Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz und Stadtentwicklung auf die Agenda“, bescheinigte Christina Eitenmüller, die auch Stadträtin im Weinheimer Gemeinderat ist. Sie übereichte dem neuen Landrat drei Jonglierbälle, weil er auch im neuen Amt immer mehrere Bälle in der Luft haben müsse. „Wir verlieren einen OB und gewinnen einen Landrat“ Die Amtszeit Just sei geprägt von „Struktur, Energie, klaren Vorstellungen und dem festen Willen, diese Stadt weiterzuentwickeln“. Die erfahrene Kommunalpolitikerin bescheinigte: „Sie übernahmen Verantwortung in einer Zeit, die niemand vorhersehen konnte, und Sie haben diese Verantwortung getragen – mit Haltung, mit Einsatz und mit einer bemerkenswerten persönlichen Präsenz.“Justs Amtszeit sei keine Zeit der Routine gewesen, eher eine Zeit der Krisen, der Entscheidungen, der Konflikte – und der Fortschritte. Ihr Fazit: „Sie haben Verantwortung übernommen, auch wenn die Rahmenbedingungen schwierig waren.“ Und: „Wir verlieren einen Oberbürgermeister, aber wir gewinnen einen Landrat, der diese Stadt kennt, der ihre Themen versteht und der weiß, wie anspruchsvoll kommunale Arbeit ist.“ „Mit Weitsicht und klarem Kompass“ Genauso auch Erster Bürgermeister Andreas Buske: „Du hast Verantwortung übernommen“, zollte er Respekt, „für die Entwicklung unserer Stadt, für ihre Menschen und für ihre Zukunft. Und du hast diese Verantwortung mit großem Engagement, mit Weitsicht und mit einem klaren Kompass getragen.“ Just, so dessen Stellvertreter, seinicht nur ein Bürgermeister im klassischen Sinne, sondern Zuhörer, Vermittler und Impulsgeber. Jemand, der die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehme, der präsent war und der den direkten Austausch gesucht habe. Buske: „Gerade in Zeiten, die oft von Veränderungen und Unsicherheiten geprägt waren, hast du Orientierung gegeben.“ Der scheidende OB lobte seinerseits die engagierte Weinheimer Stadtgesellschaft mit den Worten: „Das ist das Fundament einer lebendigen Demokratie. Diese Ideen, die Kritik und das Engagement haben unsere Stadt geprägt – und auch mich persönlich.“ Die Gespräche bei Veranstaltungen, die zufälligen Begegnungen im Alltag, die offenen Worte, das Lob, aber auch die Kritik – all das habe seine Arbeit bereichert und ihm immer wieder gezeigt, wie vielfältig und lebendig Weinheim ist. Just versprach: „Auch für mein künftiges Amt als Landrat werde ich diese Erfahrungen gewinnbringend einsetzen.“ Sein Wechsel sei daher kein Abschied vom Bewährten, sondern eine bewusste Entscheidung für Weiterentwicklung – im Vertrauen darauf, dass sich der Weg im Gehen formen werde. Manuel Just trug sich dann ins Goldene Buch der Stadt ein, deren Oberbürgermeister er sieben Jahre lang war.
