Heimatgefühle in der ganzen Stadt
Bei einer Plakatkampagne zu den Heimattagen kommen Menschen aus der Mitte der Gesellschaft zu Wort
Es sind ganz normale Menschen. Jung, alt, aus der Kernstadt und den Ortsteilen. Sie sind in Vereinen und in der Feuerwehr, mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Handicap – eine Gruppe, so bunt wie die Stadtgesellschaft. Ein Dutzend Personen mit Herz und Seele für ihre Heimatstadt Weinheim zieren seit ein paar Tagen das Stadtbild. Auf großen Bannern zum bekannten Heimattage-Layout prangen sie mit ihrem Konterfei an Zäunen und Mauern. „Heimat ist…“ steht jeweils neben ihrem Foto samt eines persönlichen Spruchs, der das Verhältnis zur Heimat beschreibt.Es ist ein Querschnitt durch die Stadtgesellschaft, der Heimattage-Projektleiterin Ada Götz besonders wichtig war. Gemeinsam mit dem bekannten und engagierten Weinheimer Hobbyfotografen Sven Sasse-Rösch hat sie Menschen aus der Stadt angesprochen, ob sie nicht ein „Gesicht der Heimattage“ sein wollten. Sasse-Rösch, von Beruf eigentlich Erzieher, hat die Personen dann in einer Pose und im Stil portraitiert, wie es zu ihnen passt. Ein Dutzend solcher „Testimonials“ sind entstanden und zieren die Stadt. Der Gemüsehändler Ahmet vom „Erbsenbuckel“ ist zu sehen. „Heimat ist …. jeden Kunden mit Namen zu kennen“, schmunzelt er in die Kamera. „Freude am Theaterspielen“, nennt Hobby-Theaterspielerin Cornelia. Fabian aus der Jugendfeuerwehr strahlt: „Familie, Freunde und die Feuerwehr“, seien sein Heimatgefühl. Krankenpfleger Lars findet, dass Heimat der Ort ist, „an dem man fühlt, gut aufgehoben zu sein“. Mara, Jugend-Fußballerin der SG Hohensachsen, nennt „das Gefühl, als Mannschaft unaufhaltsam zu sein“, Martin in der Kerwetracht des Heimatvereins, erklärt „Kultur und Tradition“ zur Heimat. Dann gibt es noch Nebal, die als Flüchtling nach Weinheim kam. Für sie ist Heimat der Ort, „wo ich mit meiner Familie in Sicherheit leben kann“. Hannel und Wilhelm freuen sich, „in Weinheim gemeinsam alt zu werden“. Philipp, Mensch mit Down-Syndrom, nennt „den Marktplatz mit seinen Lokalen und viel Kultur“ als Heimat, Katja, Schulleiterin, Kabarettistin und vielfältig engagiert, betont „Verbundenheit und Vielfalt“. Katja Hoger gehört zu den bekannteren Gesichtern, wie Peter Jöst, der Senior-Wirt des „Jöste Andres“. Er bekennt: „Heimat ist… für meine Gäste Musik zu machen“.Auch die frühere Ortsvorsteherin Doris Falter aus Lützelsachsen, deren Heimatverbundenheit berühmt ist, gehört zu den „Heimat-Menschen“. Fürs Foto-Shooting hat sie ihr Winzerkönigin-Dirndl angezogen, das sie vor 50 Jahren in Amt und Würden getragen hat. Es passt noch wie angegossen. Neulich hat sie gemeinsam mit ihrem Ortsvorsteher-Nachfolger Christian Lehmann und Fotograf Sasse-Rösch ihr Plakat besucht, das an der Grundschule in Lützelsachsen hängt. Ihr Leitspruch: „Heimat ist der Ort, wo ich mich geborgen fühle.“