Neue Bäume für gute Luft

Es sind Arten von Eschen, Ulmen, Linden. „Ahorn geht auch“, weiß Raphael Schleweis, Weinheims Baumexperte im Amt für Verkehrsanlagen und Grünflächen. Man müsse sich eben auch anschauen, wie der Standort beschaffen ist. Denn: einfach so mal einen Baum pflanzen, das geht heutzutage eigentlich nicht mehr in Zeiten des Klimawandels.
Die Stadt pflanzt im Moment – seit Weihnachten bewusst in der kalten Jahreszeit – wieder rund 50 neue Bäume, auf das Stadtgebiet verteilt. Dabei achtet Landschaftsgärtner Schleweis darauf, dass die Bäume eine Zukunft haben; eine Resilienz gegenüber größerer Hitze und nicht so viel Bewässerung benötigen.
Dabei greift Weinheim wie nahezu alle Städte und Gemeinden auf die Empfehlungen der so genannten „GALK“-Liste zurück, die von Hochschulen permanent angepasst wird. GALK steht für Grünflächen-Amtsleiter-Konferenz.
Zwischen 40 und 50 Bäume pflanzt die Stadt seit Jahren in dieser Zeit, etwas so viele müssen im Verlauf eines Jahres auch entfernt werden, zum Beispiel, wenn sie nicht mehr gesund oder nicht mehr standsicher sind. Leider auch immer wieder wegen Vandalismusschäden. „Wir sind aber jedes Jahr leicht im Plus, so dass sich der Bestand erhöht“, beschreibt Schleweis. Sage und schreibe etwa 10 500 Bäume schlagen im Weinheimer Stadtgebiet ihre Wurzeln, in der Kernstadt und in den Ortsteilen. Sie müssen allerdings auch gesichtet und kontrolliert, gegebenenfalls auch bearbeitet werden, zum Beispiel, wenn sie die Durchfahrt erschweren.
Und bis ein neuer Baum steht, muss vieles beachtet werden. An diesem kalten Januarmorgen, fasst Jürgen Eck, Gärtnermeister und Vorabeiter in der Grünflächenabteilung des Weinheimer Bauhofs, jeden Baum einzeln an. Gemeinsam mit Thomas Hördt, der als Dienstleister für die Stadt arbeitet, hebt er Pflanzgruben von etwa zwei Kubikmeter aus, setzt die oft schon zwei bis drei Meter hohen Bäume. Zuvor wird die Pflanzgrube mit ausreichend Substrat aufgefüllt, in das schon Düngemittel eingearbeitet sind. Kollegen vom Bauhof, stabilisieren das junge Gehölz an einem Holzgestell.

Überall in der Stadt sieht man im Moment die jungen Bäume, die Lücken füllen oder neue Grünstreifen verschönern. Dabei ist eine Baumpflanzung im öffentlichen Raum gar nicht so banal, denn vor jeder Pflanzung vergewissert sich Schleweis, dass im Untergrund keine Leitungen oder Kabel beschädigt werden können. Der aktuelle Frost macht den Bäumen übrigens gar nichts aus, die Gärtner nutzen die kalte und vegetationsfreie Zeit der Bäume als ideale Zeit, sie an einen neuen Standort zu verpflanzen. Wenn es gut verlaufen ist, schlagen die ersten von ihnen in sechs bis acht Wochen schon aus.
