Der Dombau zu Woinem

Eigentlich finden ja vor allem die rheinischen Jecken, dass man den Dom an Karneval in Kölle lassen sollte. Das schert aber die fleißigen Frauen der Weinheimer Häkelgruppe von „Woinem in Masche“ nicht so sehr. Denn der Dom, den sie gehäkelt haben, bleibt in der Faschingswoche in der Weinheim Galerie, wo er kurzzeitig die Ausstellung „Woinem in Masche“ ergänzt.
Es ist auch nicht der Kölner Dom, sondern jener aus der hessischen Bischofstadt Limburg/Lahn.
Im Laufe der letzten Tage wurde das Bauwerk aus Maschen im Eingangsbereich der Ausstellung errichtet, er ist jetzt in Weinheim ab Samstag eine Woche lang zu den Öffnungszeiten der Ausstellung (Donnerstag und Samstag) zu sehen. Dann reist das wollige Sakralgebäude weiter an seinen Ursprungsort neben das Original, und dort bleibt es auch. So geht „Woinem in Masche“ nach dem Heimattage-Jahr und steigender Berühmtheit nun erstmals auf Tournee. Von 27. Februar einen Monat lang werden der Dom und einige Weinheimer Wahrzeichen dort in der Dombibliothek ausgestellt sein. Das war auch der Plan, denn Limburg ist die Heimat von Renate Breithecker, der Initiatorin des Häkelprojektes.
Kurze Zeit steht der Dom jetzt aber in Weinheim und ist einen Besuch wert. Silivia Bangert, Ulrike Böhm und Grudrun Eck haben ihn erschaffen. Rund sieben Monate hat es gedauert, den Dom originalgetreu zu häkeln. Dazu gehörten Besuche im Limburg, Fotografien auswerten, die Recherche nach alten Bauplänen – sie sind gewohnt akribisch vorgegangen. Das Gebäude stammt aus dem zwölften Jahrhundert, wurde im 13. Jahrhundert geweiht. Und so ein Dom stellt Aufgaben. „Jedes Fenster ist anders“, beschreibt Silvia Bangert die Kleinarbeit an der Nadel.
In der übernächsten Woche geht der Dom also auf Reisen, die Weinheimer Häkelgruppe gehört bei der Vernissage selbstverständlich zu den Ehrengästen.

