Beim „Black Out“ nicht schwarzsehen

Das Szenario kann man sich gut vorstellen, wenn auch nicht gern: Der Strom fällt aus, länger als ein paar Stunden über ein größeres Gebiet. Die Stadtwerke suchen fieberhaft nach der Fehlerquelle. Aber so langsam macht sich eine Unsicherheit in der Bevölkerung breit angesichts der fehlenden Versorgung. Viele Menschen spüren jetzt erst, wie viele Tätigkeiten und Vorgänge ohne Strom nicht funktionieren. Im Winter wird es schnell bitterkalt, im Sommer vielleicht unerträglich heiß.

Kühlschränke werden warm. Kühltruhen tauen ab, auch jene in den Apotheken, in denen Medikamente gelagert werden. Sogar die Toilettenspülung versagt. Was tun, wenn jetzt auch noch der Handy-Akku leergeht? Es sind auch schlimmere Szenen vorstellbar. Sogar lebensbedrohliche.
Die Feuerwehrhäuser, zumindest in Weinheim, sind in solchen Situationen ein Fels in der Brandung: Anlaufstationen für kompetente Ratschläge in schwierigen Situationen. Und sie verfügen über Notstromaggregate.
Die Feuerwehr und das Amt für Immobilienwirtschaft der Stadt Weinheim haben jetzt auf die gerade fertig gestellten Notstromaggregate in den Feuerwehrhäusern verwiesen – am Beispiel von Oberflockenbach. An vier Orten ist jetzt in Weinheim bei den Feuerwehren (die immer auch Katastrophenschutz-Zentralen sind) eine Notstromversorgung gewährleistet. Erstens um die Einsatzfähigkeit der Brandschützer zu sichern, zweitens aber auch als Anlaufstelle der Bürgerinnen und Bürger. Das sind das Feuerwehrzentrum in der Bensheimer Straße, das Feuerwehrhaus Süd, die Keltensteinhalle in Rippenweier und das Feuerwehrhaus in Oberflockenbach.
So wie dort ist das gewaltige tonnenschwere Aggregat, das mit Diesel betrieben wird, in einem feuerroten Container am Spritzenhaus abgestellt. Wie Zvonko Maric und Sebastian Gärtner ebenso bestätigten wie Oberflockenbachs Feuerwehrkommandant Sven Hufnagel und Katastrophenschutz-Beauftragter Thorsten Gutschalk, springt die Notstromversorgung bei einem Stromausfall sofort automatisch an. Eine Erstbetankung von 1500 Liter garantiert dann 72 Stunden lang Strom bei einer stabilen Ausgabe von 89 Kilowatt. Rund 600 000 Euro hat die Stadt in den vergangenen Monaten in diese Katastrophen-Resilienz investiert – übrigens lange vor dem neulichen Stromausfall in Berlin. Einmal im Jahr wird der Einsatz übrigens getestet.
„Weinheim steht bei diesen Einrichtungen sehr gut da“, attestierte Feuerwehr-Pressesprecher Claus Schmitt. Insbesondere Feuerwehren in anderen Bundesländern seien nur selten so gut ausgestattet wie Weinheim. Und auch Sven Hufnagel zeigte sich sehr erleichtert angesichts der städtischen Investitionen in den Katastrophenschutz. Weil im Odenwald noch Überlandleitungen liegen, kommen gerade im Winter durch Schneebruch und umstürzende Bäume immer wieder Stromausfälle vor. Diese können der Feuerwehr nun aber nichts mehr anhaben.
 
Der Katastrophenschutz stellt für alle Bürgerinnen und Bürger eine Info-Broschüre für das Verhalten im Fall eines „Black-Outs“ zur Verfügung: https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Mediathek/Publikationen/Buergerinformationen/Ratgeber/BBK-Vorsorgen-fuer-Krisen-und-Katastrophen.pdf?__blob=publicationFile&v=41