Neue Einblicke in die Welt unter unseren Füßen
Bodenprofil-Stele und Wanderinformationstafeln auf der Ursenbacher Höhe offiziell eingeweiht
Die Ursenbacher Höhe zählt zu den beliebtesten Ausgangspunkten für Wanderungen im Vorderen Odenwald. Besucherinnen und Besucher können dort ab sofort nicht nur aus einem vielfältigen Angebot an Rundwanderwegen wählen, sondern auch spannende Einblicke in die verborgene Welt des Bodens gewinnen. Direkt am Naturpark-Parkplatz „Ursenbacher Höhe“ hat der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald gemeinsam mit der Stadt Weinheim eine neue Bodenprofil-Stele errichtet. Gefördert wurde das Projekt durch das Land Baden-Württemberg. Ergänzt wird das Angebot durch aktualisierte Wanderinformationstafeln des Naturparks Neckartal-Odenwald und der Stadt Weinheim.
Die neuen Einrichtungen wurden von Andreas Buske, Erster Bürgermeister der Stadt Weinheim, Dr. Jutta Weber, Geschäftsführerin des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, sowie Paul Siemes, Geschäftsführer des Naturparks Neckartal-Odenwald, eingeweiht.
In seinem Grußwort begrüßte Andreas Buske die Erweiterung des Informationsangebots: „Wer auf die Ursenbacher Höhe zum Wandern kommt, erhält neben einer Übersicht über die Wanderwege auch einen faszinierenden Einblick in die Welt unter den eigenen Füßen. So wird deutlich, welche zentrale Rolle unsere Böden für Biodiversität und Klimaschutz spielen. Gleichzeitig erinnert das Angebot daran, sorgsam mit diesem wertvollen Naturgut umzugehen und beispielsweise auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, um Bodenerosion zu vermeiden.“
Die Bodenprofil-Stele präsentiert zwei Bodenprofile, die in unmittelbarer Nähe entnommen wurden. Beide Böden haben sich auf unterschiedlichen Ausgangsgesteinen entwickelt: Granit und Granodiorit. Diese magmatischen Gesteine entstanden vor rund 330 Millionen Jahren durch die Kristallisation von Magma in der Erdkruste. Obwohl beide Gesteinsarten aus Feldspat, Quarz und Glimmer bestehen, unterscheiden sie sich in ihrer mineralogischen Zusammensetzung. Während die im Granodiorit enthaltenen Calciumfeldspäte bei der Verwitterung nährstoffreiche Tonminerale bilden, entstehen dort meist weniger saure und insgesamt nährstoffreichere Böden als auf Granit.
Zwei begleitende Informationstafeln an der Stele erläutern die Entstehung der gezeigten Braunerden und erklären anschaulich die Bedeutung von Verwitterungsprozessen sowie des eiszeitlich abgelagerten Lösses für die Bodenbildung.
„Die Bodenprofile verdeutlichen eindrucksvoll, dass unsere Böden das Ergebnis eines jahrtausendelangen Zusammenspiels von Gesteinsverwitterung, biologischen Prozessen und menschlicher Nutzung sind“, betonte Dr. Jutta Weber. „Sie machen sichtbar, wie wertvoll dieses Gut ist und dass es unwiederbringlich verloren gehen kann, wenn wir es nicht schützen. Bodenschutz ist zugleich Klimaschutz und leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.“
Besonders für junge Besucher hält die Stele eine besondere Entdeckungsmöglichkeit bereit: Durch kleine Gucklöcher im unteren Bereich können Kinder einen Blick in das Bodenleben werfen und erfahren, welche Organismen im Verborgenen daran mitwirken, aus abgestorbenen Pflanzenresten fruchtbare Erde entstehen zu lassen.
Die Ursenbacher Höhe ist darüber hinaus ein attraktiver Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, darunter auch der Geopark-Pfad „Steine, Schluchten, Sagen“. Über weitere abwechslungsreiche Touren informieren die neu gestalteten Wanderinformationstafeln des Naturparks Neckartal-Odenwald. „Die Tafeln bieten einen umfassenden Überblick über das vielfältige Wegenetz – von kurzen Spaziergängen bis hin zu anspruchsvolleren Wanderungen. Damit findet jede und jeder das passende Angebot“, erklärte Naturpark-Geschäftsführer Paul Siemes.
