Was die Grube Marie so hergibt

Jetzt ist die Grube Marie in der Kohlbach, das Besucherbergwerk im Hohensachsener Wald, schon so alt – und hat jetzt noch einmal Nachwuchs bekommen. So formulierte es Weinheims Bürgermeister Andreas Buske am Donnerstagmorgen, als mitten im Weinheimer Bergstraßen-Ortsteil das kleine Bergwerksmuseum für geladene Gäste erstmals geöffnet hatte.
Im Untergeschoss des alten Hohensachsener Rathauses ist nach einigen Monaten Ausbau, Renovierung und mit entsprechender Ausstattung eine spannende Sammlung regionaler Bergbaugeschichte entstanden, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Wie für die Grube selbst, ist auch für den Museumsraum die AG Altbergbau verantwortlich. Sprecher der ehrenamtlichen Gruppe ist der Geologe Jochen Bapist, der auch hauptamtlich beim UNESCO Geopark Bergstraße-Odenwald für geotouristische Themen zuständig ist.
Andreas Buske lobte ausdrücklich den ehrenamtlichen Einsatz der AG Altbergbau und dessen neues Engagement im Museum, in dem in Vitrinen ganz überwiegend Dinge zu betrachten sind, die von der Grube im Verlauf der letzten beiden Jahrzehnte freigegeben worden sind: Gestein, aber auch Werkzeug. Dazu, erklärte Jochen Babist bei einer ersten kleinen Führung, sind Zeit- und Erklärtafeln angebracht, Bilder und Zeichnungen – eine Kostbarkeit ist ein Querschnitt eines Bergwerks.
Buske zählte die Grube und jetzt auch den Museumsraum zu den „bedeutenden touristischen Attraktionen der Stadt“. „Da wird Weinheims Wirtschaftsgeschichte erlebbar gemacht“, freute sich der Bürgermeister gemeinsam mit Geopark-Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber, die das ehrenamtliche Wirken der Gruppe besonders hervorhob. Aber vor allem die Personalunion von Haupt- und Ehrenamt, die Jochen Babist ausfüllt, sei ausgesprochen effektiv, beschrieb sie. „Der historische Bergbau ist ein Schatz, den Sie erhalten“, bescheinigte sie.
Besonders freue sie sich, dass mit diesem kleinen Museum die Umweltbildung als großes Ziel des Geoparks sehr gut umgesetzt wird. Jochen Babist bestätigte, dass rund 700 Menschen pro Jahr die Grube im Hohensachsener Wald besuchen, darunter etliche Schulklassen – trotz eingeschränkter Öffnungszeiten wegen des ehrenamtlichen Betriebes. Er selbst verwies darauf, dass Bergwerksforschung durchaus sinnvolle Erkenntnisse auch für die heutige Zeit bringe, zum Beispiel beim Blick auf die Ressourcennutzung vergangener Zeiten.
Babist hatte eine besondere Überraschung für die Hohensachsener Ortsvorsteherin Monika Springer dabei: Eine Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied der AG Altbergbau. Schließlich war sie es, die „den Geistesblitz“ hatte, als die Bergwerker nach einem Museumsraum suchten. „Da kam mir unsere alte Garage in den Sinn“, schmunzelte sie. Diese musste allerdings erst ertüchtigt, saniert und ausgebaut werden, was sie selbst intensiv begleitete. Am Ende ist ein Gemeinschaftsprojekt von Geopark und Stadt entstanden, wie Buske und Weber bekräftigten.
Erstmals geöffnet am Samstag, 27. Juni
Die Eröffnung des Museums nimmt die Gruppe als Anlass für einen Aktionstag rund um das Kohlbachtal bei Hohensachsen ein. Am Samstag, 27. Juni werden ab 10 bis 18 Uhr
halbstündliche Führungen im Besucherbergwerk im Wald angeboten. Eine Voranmeldung unter grubemarie@t-online.de ist erforderlich, um Wartezeiten zu vermeiden.
Und dazu eine Besichtigung mit fachkundigen Erklärungen im neuen Museumsraum im Ortskern von Hohensachsen.

