Spielplatz im Schlosspark wieder geöffnet
Stadt plant Nachpflanzungen und zusätzliche Beschattung – Prüfung weiterer Spielplätze
Nach den umfangreichen Untersuchungen und Sicherungsmaßnahmen im Bereich des Kleinkinderspielplatzes im Weinheimer Schlosspark ist der Spielplatz seit Donnerstag wieder für die Öffentlichkeit freigegeben. Die notwendigen Arbeiten an den betroffenen Bäumen sowie die abschließende Räumung und Reinigung des Geländes konnten erfolgreich abgeschlossen werden.
Auslöser für die vorübergehende Sperrung war ein größerer Astbruch im unmittelbaren Umfeld des Spielplatzes. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Der Vorfall bestätigte jedoch die bereits seit längerer Zeit bestehenden Schäden an drei markanten Bäumen, die den Spielplatz prägen.
Die Bäume standen aufgrund deutlicher Schadensbilder und Pilzbefalls bereits über einen längeren Zeitraum unter intensiver Beobachtung und wurden regelmäßig auf ihre Verkehrssicherheit überprüft. Ziel der Stadt war es dabei stets, den wertvollen Baumbestand möglichst lange zu erhalten. Nach dem jüngsten Astbruch verschärfte sich die Situation jedoch. Sowohl der städtische Baumkontrolleur als auch ein zusätzlich hinzugezogener externer Baumexperte kamen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass die Verkehrssicherheit dauerhaft nicht mehr gewährleistet werden kann.
Aus Sicherheitsgründen mussten die Kronen der betroffenen Bäume daher stark zurückgenommen werden. Aktuell sind nur noch die Baumstämme vorhanden. Diese sollen im Herbst vollständig entfernt werden.
„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Der Erhalt von Bäumen hat für die Stadt einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig dürfen wir bei Spielplätzen keinerlei Risiken für Kinder und Familien eingehen“, betont Patrick Walter, Amtsleiter für Verkehrsanlagen und Grünflächen.
Mit dem Verlust der Baumkronen geht auch ein Teil der natürlichen Beschattung des Spielplatzes verloren. Dennoch bleibt ein Teil des umgebenden Baumbestandes erhalten und wird weiterhin Schatten spenden. Darüber hinaus prüft die Stadt derzeit, ob außerplanmäßig finanzielle Mittel bereitgestellt werden können, um zusätzliche Sonnensegel zu installieren. Damit soll insbesondere in den Mittagsstunden ein wirksamer Schutz vor Sonneneinstrahlung geschaffen werden.
Die Stadt plant zudem, den Baumbestand rund um den Spielplatz wieder zu ergänzen. Nach der Entfernung der verbliebenen Stämme im Herbst sollen geeignete Standorte für Ersatz- und Neupflanzungen untersucht werden. Dabei sollen insbesondere klimaresiliente Baumarten berücksichtigt werden, die den Herausforderungen zunehmender Trockenperioden und veränderter klimatischer Bedingungen besser standhalten.
Im Zuge dieser Planungen wird auch geprüft, wie der Bereich künftig insgesamt gestaltet und genutzt werden kann. Dabei wird unter anderem betrachtet, ob Anpassungen bei der Anordnung von Bäumen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten schaffen könnten. Diese Überlegungen befinden sich derzeit noch in einer frühen Prüfungs- und Abstimmungsphase.
Weitere Spielplätze werden überprüft
Im Rahmen der regelmäßigen Baumkontrollen wurden auch an anderen Standorten Auffälligkeiten festgestellt. So wurde wenige Tage nach dem Vorfall im Schlosspark der Baumbestand am Spielplatz in der Stettiner Straße im Rahmen der routinemäßigen Jahreskontrolle untersucht.
Nachdem der Bereich zuvor durch den Baubetriebshof freigeschnitten worden war, konnten dort weitere Auffälligkeiten festgestellt werden, die nun vertieft untersucht werden müssen. Aus Vorsorgegründen wurde der Spielplatz daher vorübergehend gesperrt.
Geplant sind kurzfristig weitere Untersuchungen unter Einbeziehung eines externen Sachverständigen sowie notwendige Rückschnitt- und gegebenenfalls Fällmaßnahmen, um die Sicherheit wiederherzustellen. Ziel bleibt eine möglichst schnelle Wiederfreigabe des Spielplatzes.
Regelmäßige Kontrollen und Klimafolgen als Herausforderung
Die Stadt Weinheim kontrolliert sämtliche Stadtbäume einmal jährlich durch einen qualifizierten Baumkontrolleur. Schäden werden dabei dokumentiert und bewertet. Bei besonderen Auffälligkeiten werden zusätzlich externe Fachgutachter hinzugezogen, um Entscheidungen fachlich abzusichern.
Die Verwaltung weist darauf hin, dass die zunehmenden Schäden an Bäumen auch im Zusammenhang mit klimatischen Veränderungen stehen. Längere Trockenperioden, Hitzesommer und zunehmend milde Winter können die Vitalität von Bäumen nachhaltig beeinträchtigen. Die Folgen zeigen sich häufig erst Jahre später durch Pilzbefall, Totholzbildung oder nachlassende Stand- und Bruchsicherheit.
Die Stadt wird daher auch künftig konsequent kontrollieren, pflegen und bei Bedarf eingreifen. Gleichzeitig sind weitere Nachpflanzungen vorgesehen, um den städtischen Baumbestand langfristig zu sichern und klimaresilient weiterzuentwickeln.

